Die Evangelische Kirche in Leihgestern, einem Stadtteil von Linden im Landkreis Gießen in Mittelhessen, ist eine Saalkirche im Jugendstil mit einem spätgotischen Turm aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts oder dem frühen 16. Jahrhundert. Der verschieferte Turmaufbau erhält seine charakteristische Gestalt durch vier kleine Wichhäuschen. Die Elisabethenglocke wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gegossen. Nachdem ein Orkan im Jahr 1906 das alte Kirchendach und die Inneneinrichtung zerstört hatte, wurde 1908 ein neues Langhaus errichtet. Die Kirche prägt das Ortsbild, ist hessisches Kulturdenkmal und besaß 1695 eine Orgel, die im Vorgängerbau an der Ostseite des Schiffes über dem Triumphbogen ihren Aufstellungsort fand. Das einmanualige Instrument hatte sieben Register. Nach der Zerstörung der Orgel im Jahr 1905 baute die Firma Förster & Nicolaus Orgelbau 1908 ein neues Werk auf der Westempore im Stil der Romantik. Der Kirchturm beherbergt ein Dreiergeläut. Ursprünglich hing die Elisabethenglocke aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wahrscheinlich in einem Dachreiter des romanischen Vorgängerbaus. Die anderen beiden Glocken wurden für den vermutlich um 1450 errichteten Ostturm gegossen. Da die Glocken als historisch wertvoll eingestuft wurden, entgingen sie in beiden Weltkriegen der Rüstungsindustrie. – Zum Artikel …
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